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Apple setzt Zeichen gegen Tracking: Parameter aus URLs werden zukünftig entfernt


Jährlich richten sich alle Augen der Technologie-Welt auf Apple’s renommierte Worldwide Developers Conference (WWDC). Wie ein Uhrwerk präsentiert der Technologie-Titan hier seine innovativsten Entwicklungen. Der Juni dieses Jahres machte da keine Ausnahme. Doch statt nur glänzender Hardware stand diesmal ein Thema im Rampenlicht: Datenschutz. Apple hat erkannt, dass in unserer digitalen Ära der Schutz der Privatsphäre für Verbraucher von höchster Priorität ist. Das iOS 17 Update ist ein Zeugnis dieses Engagements. Nun sind Marketer weltweit gespannt: Welche Herausforderungen bringt iOS 17 mit sich? Welche Auswirkungen hat es auf bestehende Marketingstrategien? Und wie müssen Unternehmen ihre Ansätze anpassen, um weiterhin erfolgreich zu sein?

Die neue Funktion

Apple hat sich schon immer für den Schutz seiner Nutzer eingesetzt. Ein Paradebeispiel dafür ist die Einführung der Tracking Transparency (ATT) App. Diese bahnbrechende Funktion ermöglichte es Apple-Enthusiasten, selbst zu bestimmen, welche Drittanbieter ihr Nutzungsverhalten auf ihren geliebten Geräten verfolgen dürfen.

Doch das Online-Tracking bleibt ein heikles Thema: Viele Nutzer sind sich oft nicht bewusst, wie intensiv ihr Online-Verhalten nachverfolgt wird. Apple hat darauf reagiert und intergierte in dem Betriebssystemupdate iOS 17, Mac OS 14 Sonoma und iPadOS 17 eine revolutionäre Funktion namens Advanced Tracking and Fingerprinting Protection (kurz: Erweiterter Tracking- und Identifizierungsschutz). Was bedeutet das konkret? Safari, der von beeindruckenden 93,23% der iOS-Nutzer als Standardbrowser genutzt wird, wird in der Lage sein, Tracking-Parameter in Weblinks eigenständig zu identifizieren und zu entfernen. Das macht es schwieriger, die Customer Journey – den Weg, den ein Kunde vor einem Kauf durchläuft – zu verfolgen.

Doch Apple geht noch einen Schritt weiter: Im “Privates Surfen”-Modus des Safari-Browsers ist die erweiterte Tracking- und Identifizierungsschutz standardmässig aktiviert. Nutzer haben jedoch die Freiheit, diese Funktion im regulären Surfmodus dauerhaft zu aktivieren oder bei Bedarf komplett zu deaktivieren. Und das Beste daran? Selbst geteilte Links innerhalb von Apps sind nicht sicher vor dieser Funktion – Tracking-Parameter werden auch hier erkannt und entfernt.

Herausforderungen im Marketingzeitalter

Jahrelang navigierten Werbetreibende mühelos durch das digitale Ökosystem, indem sie URL-Tracking-Parameter nutzten, um Verbrauchern über diverse Websites zu folgen. Diese Tracking-URLs waren ein Schlüsselinstrument, um zu verstehen, welche Suchanfragen Nutzer tätigten, bevor sie letztlich auf eine Anzeige klickten. Diese wertvollen Daten bildeten das Rückgrat ihrer Targeting-Strategien und SEO-Initiativen. Es war ein Kinderspiel, massgeschneiderte Werbung basierend auf diesen Daten zu präsentieren. Doch die Zeiten ändern sich. Mit Apples neuer Link-Tracking-Schutzfunktion werden alle benutzeridentifizierbaren Informationen aus den URLs entfernt, die über Safari im Privatmodus, Mail und Nachrichten aufgerufen werden. Für den Endverbraucher mag sich wenig ändern, aber für Marketer ist es eine völlig neue Landschaft. Interessanterweise scheinen E-Commerce-Unternehmen von dieser Änderung weniger betroffen zu sein, da viele ihrer Tracking-Tools keine Klick-ID-Parameter verwenden. Aber für andere Marketingakteure, insbesondere Werbenetzwerke, sind die Hürden nun höher. Das Nachverfolgen von Zielgruppen und das genaue Messen von Kampagnenerfolgen wird komplexer.

Apple lässt Marketer jedoch nicht im Stich. Sie bieten eine erweiterte, datenschutzfreundliche Alternative zur Messung privater Klicks an. Es besteht die Möglichkeit, dass Apple UTM-Codes, die oft von Werbetreibenden zur Messung von Kampagnen verwendet werden, nicht aus den URLs entfernt. Es ist unbestreitbar, dass Apples Browser-Update das Performance-Marketing beeinflussen wird. Wie tiefgreifend diese Auswirkungen sein werden, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass Marketer ihre Strategien anpassen müssen, was sowohl Zeit als auch Ressourcen erfordern wird.

Der Blick in die Zukunft

Apples strategische Ausrichtung in Bezug auf Datenschutz und Nutzerfreundlichkeit ist seit einiger Zeit klar erkennbar. Für Marketer könnten in der Zukunft weitere Hürden und Datenschutzmassnahmen hinzukommen. Es ist durchaus denkbar, dass der Link-Tracking-Schutz bald über den Standard-Browsermodus hinausgeht und auch in Mac OS Safari Anwendung findet. Dabei sollte nicht übersehen werden, dass Safari weltweit den dritten Platz unter den Browsern einnimmt, neben Chrome an erster Stelle und Edge auf dem zweiten Platz.

Es wäre nicht überraschend, wenn Apple in Erwägung zieht, von einer Blacklist zu einem Whitelist-System zu wechseln. Ein solches System würde die Anzahl der zulässigen Parameter begrenzen und somit die Möglichkeiten für Werbetreibende einschränken.

Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass Apple alle Tracking-Parameter vollständig entfernt. Schliesslich nutzt Apple selbst bestimmte Parameter für seine eigenen Werbeprodukte, wie zum Beispiel das SKANetzwerk.

Fazit : Anpassung an Apples Datenschutzinnovationen – Proaktive Strategien für Werbetreibende

Die genauen Konsequenzen von Apples jüngsten Innovationen für die Werbebranche werden sich erst in der Zukunft vollständig offenbaren. Doch eines ist klar: Verstärkte Datenschutzmassnahmen werden die Werbelandschaft beeinflussen. Für Werbetreibende bedeutet dies, proaktiv zu handeln. Ein effektiver Ansatz könnte sein, die Zustimmung der Nutzer für das Sammeln von First-Party-Daten einzuholen, falls dies noch nicht geschieht. Es ist an der Zeit, bestehende Arbeitsabläufe zu überdenken und zu analysieren, wie oft Daten von Drittanbietern genutzt werden. Dies bildet die Grundlage, um innovative Strategien zu entwickeln und eventuelle Lücken zu schliessen, etwa durch Workshops. Eine SWOT-Analyse kann hierbei wertvolle Einblicke bieten. Das Wichtigste ist, dass sich Marketer den kontinuierlichen Datenschutzveränderungen offen nähern. Wie in der Vergangenheit sollten Marken bereit sein, Neuerungen zu testen, daraus zu lernen und flexibel auf technologische Updates zu reagieren.

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