Google SGE

Google SGE: die nächste Evolutionsstufe der Suchmaschinen


Wird die klassische Websuche uns noch über einen langen Zeitraum begleiten? Geht es nach den führenden Anbietern von Suchmaschinen, ist die Antwort eindeutig: nein. Google rüstet sich dafür und bringt die Search Generative Experience (SGE) ins Spiel. Was dies für die Suche bedeutet und wie diese sich im Detail von «gewöhnlicher» Websuche unterscheidet, klärt dieser Artikel.

Was ist Google SGE?

Hinter dem Kürzel verbirgt sich keine komplett neue Software, die Google nun an den Start bringt. google.ch bleibt google.ch. Nutzerinnen und Nutzer müssen sich nicht umstellen. Stattdessen findet der Grossteil von Google SGE unter der Haube statt, um zahlreiche Probleme der klassischen Websuche zu lösen. Die eigentliche Arbeit des Anwenders bleibt dabei jedoch identisch: Er oder sie gibt einen Suchbegriff oder eine Frage ein und erhält eine Antwort.

Wie verändert Google SGE die Suchergebnisse?

Die gewaltigen Datenberge im Internet machen es mitunter schwierig, relevante Antworten zu finden. Dies gilt vor allem für Fragen, die inhaltlich komplex sind und keine klaren Schwarz-oder-Weiss-Antworten zulassen.

Eine typische Suchanfrage dieser Art wäre vielleicht: «Sollte ich im Urlaub nach Tokio oder New York fliegen?» Die klassische Suche würde nun wahrscheinlich Webseiten anzeigen, die sich mit den Sehenswürdigkeiten der einen oder anderen Grossstadt beschäftigen. Abschliessend bleibt es Ihnen überlassen, herauszuarbeiten, welche Städte Ihnen wahrscheinlich stärker zusagen.

Wird die Suche im Hintergrund von der KI-getriebenen Google SGE angetrieben, werden jedoch Nuancen in den Antworten möglich: Beide Städte werden automatisch miteinander vergleichen, sodass eine Gewichtung der Vor- und Nachteile der jeweiligen Städte schon in den Suchergebnissen erfolgen kann.

Eine typische Antwort von Google könnte dann lauten: «New York eignet sich besser, wenn …, doch Tokio ist ebenfalls eine Reise wert, falls Sie …». Die KI macht letztendlich dasselbe wie Sie, wenn Sie Hunderte Webseiten durchsuchen und am Ende eine Zusammenfassung erstellen – nur geschieht dies innerhalb von Sekunden und nicht über Stunden oder Tage.

Das generative Erlebnis von SGE

Damit ist das «G» dieses Kürzels entscheidend: Statt eine Anfrage zu erhalten und anschliessend mögliche Informationsquellen zu listen, verarbeitet Google die Informationen sofort und generiert Ihnen die Antwort, die Sie (wahrscheinlich) suchen. Dieses System wird nicht zu 100 % perfekt sein, aber deutlich besser als das, was die meisten Menschen auf eigene Faust zusammenstellen könnten – in einem winzigen Bruchteil der Zeit.

Kontextbezogene weiterführende Suche: die Unterhaltung mit Google

Wie es bei anderen KI-Anwendungen wie ChatGPT ebenfalls möglich ist, können Sie die Suchergebnisse organisch verfeinern und dabei Sprache nutzen, die Sie auch im Gespräch mit einem Menschen anwenden würden. Zur Verdeutlichung können wir beim Beispiel mit dem Urlaub in New York oder Tokio bleiben.

Eventuell liefert Ihnen Google SGE eine Antwort, die Sie dazu bringt, Tokio vorzuziehen. Sie sind sich aber nicht sicher, ob Sie mit Ihren Sprachkenntnissen dort auskommen. Also stellen Sie eine Anfrage wie: «Sollte ich in Tokio auch dann Urlaub machen, wenn ich nur Englisch spreche?» Als Antwort könnte Ihnen Google ausgeben, dass Englisch vor allem in Touristenarealen ausreiche und Ihnen einige Restaurants, Hotels oder Sehenswürdigkeiten empfehlen.

Das neue Google SGE: kein Wegweiser, sondern ein Berater

Die klassische Websuche war bislang eher ein Schild, das es Ihnen ermöglicht hat, in die richtige Richtung zu gehen und nach Antworten zu suchen. Mit der Integration von Google SGE wird aus dieser Suche nun jedoch ein Berater, der Unmengen an Informationen bündeln und Ihnen zur Verfügung stellen kann. Stellen Sie es sich so vor, als könnten Sie zu jeder Frage kurz mit einer Expertin oder einem Experten auf diesem Gebiet sprechen und so tief ins Thema eintauchen, wie Sie möchten.

Von der verhältnismässig simplen Art und Weise, wie die gewöhnliche Suche funktioniert, sind wir mit Google SGE somit ein grosses Stück entfernt.

Moment: Ist das nicht Google Gemini?

Google hat ChatGPT, das eng mit Microsoft verknüpft ist, eine eigene KI namens Gemini gegenübergestellt. Durch die Massen aus KI-bezogenen Themen der letzten ein bis zwei Jahre fällt es daher leicht, den Überblick zu verlieren – denn ist SGE nicht dasselbe wie Gemini?

Ein kurzer Blick auf die grundlegende Funktion zeigt, dass es grosse Unterschiede gibt:

1. Google Gemini ist ein Chatbot, der ähnlich wie ChatGPT aufgebaut ist. Er beantwortet Fragen, aber ist keine Suchmaschine: Quellen erhalten Sie zwar eventuell, aber nur in knapper Anzahl. Bilder und andere Medien können Sie nicht suchen.

2. Google SGE hingegen reichert die klassische Suche mit sinnvollen Zusammenfassungen an und ersetzt jene Suche somit nicht, sondern reichert sie «nur» mit neuen Inhalten an. Zudem bleiben die ursprünglichen Suchergebnisse erhalten und werden weiterhin auf der Ergebnisseite gelistet.

Beide Anwendungen basieren zwar auf derselben grundlegenden Technik. Das, was Anwenderinnen und Anwender am Ende als Ergebnis zu sehen bekommen, ist jedoch völlig unterschiedlich.

Was passiert mit klassischen Suchergebnissen?

Eine Suche via Google SGE erinnert stark an die normale Websuche. Oberhalb der eigentlichen Suchergebnisse erscheint nun jedoch ein neues Fenster, in dem die erwähnten Zusammenfassungen angezeigt werden – zusammen mit einigen weiterführenden Links. Darunter sind nach wie vor die üblichen Ergebnisse zu finden. Möchten Sie sich nicht auf die KI-Ergebnisse verlassen, sondern Ihre eigenen Schlüsse ziehen, können Sie dies noch immer erledigen.

Dieses Verhalten der Suchmaschine, die mit SGE angereichert wurde, wirft jedoch Fragen auf – vor allem für Webseitenbetreiber, die viel Zeit, Geld und Energie in Suchmaschinenoptimierung stecken. Sollte sich herausstellen, dass die KI-getriebenen Ergebnisse den meisten Menschen ausreichen, werden immer weniger Personen die eigentlichen Webseiten besuchen. Dies wiederum könnte bestehende Finanzierungsmodelle unwirtschaftlich machen. Kann eine Webseite überleben, die auf Werbung und damit Klicks angewiesen ist, wenn jene Klicks schlicht nicht mehr erfolgen?

Wer bezahlt für das «neue» Internet?

Durch Google SGE und ähnliche Technologien könnte sich der Aufbau des Internets grundlegend verändern. Wozu gestalte ich aufwendig eine Webseite, die niemand mehr besucht – und schuldet mir Google Geld, wenn sie die Inhalte meiner Webseite verwenden, um ihr Angebot zu generieren?

Durch die noch sehr junge Technik ist bislang kaum absehbar, wie diese Zukunft des KI-getriebenen Internets genau aussehen wird oder wer wo zur Kasse gebeten wird.

Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass dies nur eine vorrübergehende Modeerscheinung ist: SGE oder das in Bing integrierte ChatGPT können Suchergebnisse derart verbessern, dass es unmöglich scheint, dass Menschen darauf freiwillig verzichten werden. In Zukunft wird KI somit fester Bestandteil der Suchergebnisse werden und Computer werden noch ein wenig stärker in den menschlichen Alltag eindringen.

Bei WebAdvice verstehen wir die Komplexität des modernen Web-Ökosystems und stehen bereit, Sie durch die neuen Herausforderungen und Möglichkeiten zu navigieren, die SGE mit sich bringt. Wir helfen Ihnen, Ihre Suchmaschinenoptimierung zu verfeinern, inhaltsreiche Strategien zu entwickeln und sicherzustellen, dass Ihr Unternehmen an der Spitze der KI-Revolution im Marketing bleibt.

Lust auf mehr zu diesem Thema Google SGE? Gerne beraten wir Sie persönlich.

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